[GAMEREVIEW] GRID Legends
Heute gibt es mal eine Review zu einem Videospiel – und zwar zu GRID Legends. Es handelt sich hierbei um ein Rennspiel von Codemasters , welches am 25. Februar 2022 veröffentlicht wurde. Entwickelt wurde das Spiel für Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series S/X sowie für Windows. Diese Review bezieht sich auf die PS5-Version.
Da ich das Spiel nicht wirklich am Schirm hatte, hätte ich es mir eher nicht geholt. Nachdem es aber im Mai 2023 einer der Titel war, die mit PS Plus verfügbar waren, habe ich es angespielt. Weil das DLC-Paket zur selben Zeit um knapp 10 Euro im Angebot war, habe ich mir dieses ebenfalls geholt.
Neben dem Story- und dem Karrieremodus gibt es bei GRID Legends auch die Möglichkeit selbst Events mit mehreren Rennen zu erstellen. Während es sich bei der Story um eine Singleplayer-Kampagne handelt, kann man in den anderen Modi auch Online gegen andere Spieler und/oder Freunde antreten. Hierbei hat man jederzeit im Menü die Wahl durchzuschalten, ob man Offline, Privat oder Öffentlich spielen will.
Es wird mit über 100 Autos und über 130 Strecken geworben. Dennoch kann es im Karrieremodus, sowie in der Kampagne (vor allem in den DLCs) schon mal vorkommen, dass man gefühlt immer die gleichen Strecken fährt. Dies kommt daher, dass sich die Strecken „nur“ über 24 Locations erstrecken. 22 davon aus dem Hauptspiel und 2 aus den DLCs. Die Fahrzeugauswahl sieht hier schon etwas abwechslungsreicher aus. Das ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass Boliden aus 9 verschiedene Rennkategorien vertreten sind (bzw. 10 mit dem ersten DLC).
Vor allem bei den verschiedenen DLC-Storys hätte ich mir mehr Abwechslung bei der Streckenwahl gewünscht, da man hier sehr viel Fokus auf die neuen Strecken gelegt hat, wodurch man im Schnitt jedes zweite bis dritte Rennen in der neuen Location nur mit leicht geändertem Layout und/oder in die entgegengesetzte Richtung fährt.
Folgende Rennkategorien sind in GRID Legends vertreten:
Touring / Tourenwagen
In der Touring-Kategorie findet man allerlei Fahrzeuge, die speziell für die Rennstrecke modifiziert wurden.
Drift
Hier geht es vor allem darum, Drifts aneinanderzuketten, ohne Mauern oder andere Objekte zu touchieren und ohne sich einzudrehen, um so durch Multiplikatoren die höchste Punktzahl im Fahrerfeld zu erreichen. Dies ist die einzige Kategorie, in der man alleine auf der Strecke unterwegs ist.
Trucks
Im Gegensatz zu den eher sportlicheren Boliden aus den anderen Kategorien hat man es hier mit eher größeren, weniger aerodynamischen Fahrzeugen zu tun
Specials / Spezialwagen
Hier finden sich einige ikonische (und auch spaßigere) Fahrzeuge – wie zum Beispiel einen VW Käfer), die eher nicht in die anderen Kategorien passen.
Electric / Elektroautos
Wie der Name vermuten lässt, fährt man hier mit Elektroautos (oder auch mit Hybridfahrzeugen) um die Wette. Im Gegensatz zu den anderen Rennklassen, gibt es hier meist Boosts, mit denen man einen kurzen Energieschub bekommen kann. Der richtige Einsatz dieser Boosts ist oft hilfreich um die Gegner zu überholen oder hinter sich zu lassen.
Open Wheel / Boliden
Hierbei handelt es sich um leichte, wendige Fahrzeuge mit offenem Cockpit – wie z.B. den KTM X-Bow, oder auch den Renault R26 – mit dem Fernando Alonso 2006 zum zweiten Mal Formel 1 Weltmeister wurde.
Tuner / Tuningwagen
Bei den Tuningwagen findet man eher „normale“ Straßenfahrzeuge, die für die Rennstrecke entsprechend optimiert wurden.
Track Day
Hier gibt es Supersportwagen, für die man zwar auch eine Straßenzulassung bekommen würde, deren Potenzial man aber eher nur auf der Rennstrecke ausschöpfen kann.
GT
In dieser Kategorie findet man eine große Auswahl an Fahrzeugen aus verschiedenen GT-Klassen, die für die Rennstrecke gebaut wurden.
Zusätzlich zu den gerade genannten Kategorien, zu denen es Rennen im Karrieremodus gibt, gibt es mit der ersten DLC-Story „Valentin’s Classic Car-Nage“ auch noch einige Fahrzeuge speziell für die neu eingeführten Demolition Derbys. Diesen Modus gibt es nur in der Story und im Creator. Hier geht es vor allem darum, das Ziel zu erreichen, ohne von den Gegnern ausgeschalten zu werden.
Der Storymodus in GRID Legends erzählt im Stile einer Dokumentation – ähnlich wie Formula 1: Drive to Survive – die Geschichte einer Saison bei GRID. Im Fokus steht hierbei das Team Seneca Racing unter der Führung von Marcus Ado, das durch einen Zwischenfall kurzfristig einen zweiten Fahrer neben Yume Tanaka benötigt – hierbei kommt man dann als „Nummer 22“ ins Spiel. Die Nummer kommt daher, dass in einem typischen Rennen 11 Teams mit je 2 Fahrern antreten. Den eigenen Charakter bekommt man dabei nie zu Gesicht, trotzdem kommt es komisch rüber, wenn man niemals mit einem Namen angesprochen wird. Von den Sequenzen mit echten Schauspielern darf man sich hier natürlich keine oscarreifen Leistungen erwarten. Dennoch wirken einige der Dialoge/Interviews zu sehr aufgesetzt/gekünstelt.
Neben den oben genannten Charakteren spielen auch noch der Mechaniker/Techniker für Seneca (Ajeet Singh), sowie die Rivalen Nathan MacKane und Lara Carvalho von Ravenwest (unter der Führung von Ryan MacKane), sowie Valentin Manzi von Voltz Racing im Laufe der Storys eine größere Rolle.
Aufgeteilt ist die Geschichte dabei in 5 Seasons. Die erste ist dabei die Längste, da es sich dabei um die originale Story des Hauptspiels handelt. Mit jedem weiteren DLC wurde dann nach und nach eine neue Staffel (mit neuen Autos und Strecken) hinzugefügt. Leider waren die Sequenzen bei den DLC-Storys dann nicht mehr so oft vorhanden wie beim Hauptspiel. Am besten hat mir hier noch der dritte DLC „Aufstieg von Ravenwest“ gefallen. Auch spielerisch gab es hier – wie bereits zuvor erwähnt – abgesehen vom ersten DLC „Classic Car-Nage“, kaum Neues (bzw. zu wenig Abwechslung).
In der Karriere gibt es zusätzlich noch Sponsorenevents, die man durch den Abschluss von besonderen Aufgaben freischalten kann. Man kann hierbei immer nur die Herausforderungen eines Sponsors gleichzeitig aktiv schalten. Wenn man diesen wechselt, verliert man von den 3 Aufgaben den kompletten Fortschritt jener, die man noch nicht abgeschlossen hat.
Es besteht auch die Möglichkeit seine Fahrzeuge zu verbessern – die meisten Gefährte haben 3 Stufen. Die Art und Weise wie man diese Upgrades freischaltet, hat mir leider gar nicht gefallen, da man hierzu mit dem jeweiligen Fahrzeug eine bestimmte Kilometeranzahl fahren muss um die nächste Stufe an Upgrades zu erreichen. Stufe 1 erreicht man mit 11, Stufe 2 mit 39 und die letzten Upgrades mit 54 gefahrenen Kilometern. Mehr dazu warum mich das so gestört hat erläutere ich im Absatz zum Freischalten von Events. Sobald man die entsprechenden Verbesserungen freigeschaltet hat, muss man diese noch mit Credits kaufen (die man durch Rennen verdient). Die Möglichkeiten die einem hier gegeben werden sind dabei sehr überschaubar und grob gehalten. Man kann die Leistung, Beschleunigung, Bremsen und das Handling verbessern, sowie oft auch Extras wie mehr Flashbacks, zusätzliche Credits oder mehr Racecraft-Punkte (die zum Aufleveln des Profils benötigt werden)
Zusätzlich zu den Upgrades kann man bei fast allen Fahrzeugen auch die Lackierung ändern. Hier schaltet man mit entsprechendem Fortschritt immer mehr Optionen frei um die Fahrzeuge nach Belieben optisch zu verändern.
Der größte Kritikpunkt bei GRID Legends für mich waren die Bedingungen um die nächsten Events der gleichen Klasse freizuschalten. Hier gibt es meist pro Klasse und Stufe ein letztes Rennen, für die man eines der verfügbaren Fahrzeuge für dieses Event auf Stufe 2 bringen muss. Oft ist es aber so, dass man bei der ersten Rennserie ein Fahrzeug gestellt bekommt. Da einem dieses Fahrzeug noch nicht gehört, zählen die gefahrenen Kilometer nicht. Damit bleibt einem oft nichts anderes übrig, als das zweite Event der Serie zu wiederholen oder ein selbst erstelltes Rennen zu fahren um die nötigen Kilometer zusammen zu bekommen. Da sich dieses Muster immer und immer wieder widerholt, habe ich irgendwann einfach ein Rennen auf einem Oval erstellt. Dadurch habe ich die nötigen Kilometer in der kürzest möglichen Zeit erreicht.
Im Team-Hub gibt es neben der Möglichkeit das eigene Team zu benennen und ein Logo zu erstellen auch die Möglichkeit den Mechaniker, sowie den Teamkollegen mit Credits aufzuleveln. Beim Mechaniker steigt man dadurch unter anderem schneller im Level auf oder benötigt weniger Geld für Fahzeuge. Für den Teamkollegen schaltet man die Option frei diesem während dem Rennen simple Befehle zu erteilen (Angreifen, Verteidigen) und seine Fähigkeiten zu verbessern.
Gameplay-technisch kann ich am Spiel kaum etwas aussetzen. Es ist jetzt keine realistische Simulation – wie z.B. ein Gran Turismo – aber es handelt sich um einen soliden Arcade-Racer, der einiges an Spielzeit mit sich bringt. Gespielt habe ich mit dem Dualsense Controller – da das Lenkrad-Setup im Moment gut verstaut ist. Mit Hund und Baby würde mir da ein ständiges Auf- und Abbauen aktuell zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Steuerung war dabei zum Großteil sehr akkurat – einzig bei den Drift-Events hatte ich ab und zu Probleme (das liegt aber wahrscheinlich eher daran, dass ich hier nicht mehr die nötige Feinmotorik habe und schon länger kein Rennspiel mit Driftmodus mehr gespielt habe). Ich hätte mir jedoch etwas mehr Feedback über den Dualsense Controller gewünscht. Hier gibt es hauptsächlich Vibrationen wenn man von der Strecke abkommt.
Fazit:
GRID Legends ist ein spaßiger Arcade-Racer mit – mal mehr mal weniger – Abwechslung, der einem nur für Story und Karriere (inkl. DLCs) um die 80 Stunden Spielzeit liefert (wenn man nicht unbedingt Platin holen will, geht das sicher auch schneller). Die Filmsequenzen mit echten Schauspielern im Storymodus sind ganz unterhaltsam (vor allem wenn man keine oscarreifen Darbietungen erwartet). Um in der Karriere weiterzukommen muss man oft unnötigerweise Rennen wiederholen oder selbst Rennen erstellen um die Bedingungen zu erfüllen. Zusätzlich kann man auch eigen Events erstellen und in diesen – wie auch in der Karriere – Online gegen andere Spieler antreten.
Ich gebe dem Spiel 7 von 10 Punkten


