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[BOOKREVIEW] Alle Farben grau

Heute haben wir eine Jugendbuch-Review für euch. In „Alle Farben grau“ von Martin Schäuble geht es um ein wichtiges Thema – psychische Erkrankungen bei Jugendlichen. Es basiert auf einer wahren Geschichte.

Das Cover passt sehr gut zur Thematik und zum Titel. Es ist eher schlicht gehalten, was bei diesem Thema aber auch passend scheint.

Das Buch ist sehr spannend aufgebaut. Es gibt Kapitel aus sehr vielen verschiedenen Sichten – Pauls Freunde und Eltern und natürliche seine Sicht – auch hier springt man in der Handlung vor und zurück und erlebt die Geschichte so nicht chronologisch. Fand ich ein sehr spannendes Konzept. Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber es hat dann doch gut gepasst. Besonders toll fand ich, dass manche Kapitel wie Interviews wirkten. Zwischendurch gibt es immer wieder Zitate passend zum nächsten Abschnitt. Es gibt im Buch sehr viele Pop-Culture-Referenzen zu Themen, was irgendwie auch sehr passend war.

Das Thema psychische Erkrankungen und Suizid ist natürlich ein sehr ernstes, aber auch sehr wichtiges. Toll finde ich, dass es hier scheints auch Material für Schulen gibt, um dieses Buch zu besprechen und zu sensibilisieren. Generell wird über psychische Erkrankungen – egal ob bei Erwachsenen oder Jugendlichen – noch sehr gerne geschwiegen.

Im Klappentext wird angedeutet, dass Alina eine etwas größere Rolle spielt als es dann tatsächlich war. Das ist etwas schade, da sie sicher auch ein interessanter Charakter gewesen wäre, von dem es sehr viel mehr zu wissen gibt. Aber Paul war schon eine sehr interessante Figur, die einfach sehr viel Raum eingenommen hat. Ich fand ihn sehr witzig und humorvoll und er hatte oft sehr coole Sprüche drauf. Definitiv ein Mensch, der mir persönlich vermutlich sympathisch gewesen wäre.

Das Ende der Geschichte ist natürlich hier irgendwo offensichtlich. Durch die verschlüsselte Erzählweise blieb es trotzdem spannend und durch das Lesen als eBook bekam man natürlich nicht so gut mit, wie viel Buch man noch übrig hat. Dadurch kam der Schluss für mich dann trotzdem etwas abrupt und schnell. Ich hätte durchaus gerne noch mehr über Paul und sein Leben und Ableben gelesen. Ich verstehe aber den Ansatz das Buch als Jugendbuch und mögliche Klassenlektüre trotzdem irgendwo kurz zu halten. Toll fand ich, dass der Autor am Ende nochmals darauf eingeht, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht und ein wenig erläutert, welche Teile er unter anderem verändert hat.

Mein Fazit:

Sehr wichtiges Thema mit gekonnter verschachtelter Erzählweise, die einen weiterlesen lässt obwohl man das Ende schon kennt – von mir 8 von 10 Punkten.

Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.

P.S.: Das Hintergrundbild habe ich bewusst etwas freudiger gewählt, da es trotz all der psychischen Probleme in dem Buch für mich einige Szenen zum Schmunzeln und Lachen gab und man trotzdem das Gefühl hat, dass das Leben nicht nur grau ist. Es handelt sich hierbei um ein Urlaubsfoto aus Martins Tokio-Urlaub.